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3.3.Aktionsfeld 3: Gemeinwohl Strukturen und Funktionen


3.3.1.         Auswahl Aktionsfeldthemen - Beschreibung der Ausgangslage/Status quo)

A: Verbesserung der Kinder- und Familienangebote durch Erweiterung der Betreuungsangebote, Vernetzung und Verbesserung der Freizeitangebote, Sozialkompetenz, Talenteorientierung und Gesundheit;  Unterstützung der Weiterentwicklung von Betreuungsangeboten für ältere Menschen, Behinderte und Benachteiligte mit der Zielsetzung: Entwicklung besonderer QUALITÄTEN als Familien-, Wohn- und Zuzugsregion.


Das Waldviertler Wohlviertel Region Nationalpark Thayatal ist mit 19 Gemeinden, die insgesamt 188 Städtchen und Dörfer (z.B. mit Hardegg die kleinste Stadt Österreichs mit rund 80 Einwohnern) zählen, sehr klein strukturiert, damit aber auch für den Einzelnen noch überschaubar.


Besondere Qualität auch durch die dünne Besiedelung von nur 35 Einwohner/km² bietet die vielfältige, einzigartige und abwechslungsreiche Natur- und Kulturlandschaft mit kleinen und größeren Angeboten für einen entspannenden oder aktiven Freizeitgenuss und freien Raum für den Einzelnen. Staus oder Parkplatzsuche sind in der Region quasi Fremdwörter. Bewegung in der Natur ist vielfältig möglich. Die Angebote sind jedoch nicht vernetzt und haben teilweise auch noch Potenzial in der qualitativen und quantitativen Weiterentwicklung, um dieses im Vergleich zu Ballungsräumen besondere Potenzial der Region auch in Wert zu setzen und für Dableiben, Zurückkehren und Zuzug zu nutzen.

 

Wesentliches Manko ist auch, dass es gerade auf Grund der Kleinstrukturiertheit noch nicht gelungen ist, ein zentrales Thema oder einen Namen zu finden, der die vielfältigen Eigenschaften der Region im Lebens-, Wohn- und Freizeitbereich wiedergibt und dafür als Marke genutzt werden kann. Dies stellt einen wesentlichen Nachteil in einer auf Zuzug ausgerichteten Vorgehensweise auch deswegen dar, weil Kommunikation teuer ist und nur mehr in stark verkürzter Form durchgeführt werden kann. Auf positive Beispiele im ländlichen Bereich wie z.B. Eisenstraße, Moststraße, Nationalparkregion Hohe Tauern oder Leaderregion Nationalpark Kalkalpen wurde bereits hingewiesen.


In fast allen Gemeinden bestehen Initiativen zum Thema „Gesunde Gemeinde“ mit entsprechenden Angeboten. Die ärztliche Versorgung der Region erfolgt durch niedergelassene Hausärzte, welche noch flächendeckend verfügbar sind. Allerdings werden in den nächsten Jahren zahlreiche Pensionierungen erwartet. Fachärzte, sowie das Landesklinikum Horn stellen die weiterführende medizinische Betreuung sicher. Das Landesklinikum Horn ist insbesondere auch für Frauen einer der wichtigsten Arbeitgeber der Region. Eine wichtige Besonderheit im Bereich der Gesundheitsversorgung stellt das PSZW – Psychosomatische Zentrum Waldviertel Eggenburg dar, das ein nahezu einmaliges Angebot in Österreich bietet.


Das Basisbetreuungsangebot für Kinder ist in der Region ab einem Alter von 2,5 Jahren gut vorhanden. Alle Mitgliedsgemeinden verfügen über zumindest einen Kindergarten, eine Volksschule, die ebenso wie die 5 Neuen Mittelschulen und das Gymnasium Nachmittags-betreuung entsprechend der Nachfrage zumeist bis 16 Uhr anbieten. Gerade die Kindergärten und Grundschulen verfügen über niedrige Schülerzahlen und viele engagierte Lehrerinnen und Lehrer, die für zahlreiche Aktivitäten anbieten. In vielen Fällen leitet eine Direktorin schon mehrere Volksschulen. Für die Betreuung von Babys und Kleinstkindern stehen - allerdings nicht flächendeckend - einige Tagesmütter zur Verfügung, die jedoch hauptsächlich in den Zentralorten beheimatet sind, was ggf. eine Entfernung von bis zu 30km bedeutet. Kaum vorhanden ist ein Betreuungsangebot vor 7:00 und nach 16:00 sowie an Samstagen, obwohl auch gerade viele Frauen, die tendenziell einen größeren Teil der Kinderbetreuung übernehmen, am Samstag ihren Berufen nachgehen (müssen: von Pflegeberufen über Landwirtschaft bis zu Mitarbeitern im Handel). Im Bereich der Ferienbetreuung wurden bereits kleinere Versuche gestartet, diese gemeinsam für mehrere Gemeinden anzubieten. Hier ist noch ein großes Entwicklungspotential auch unter Einbindung der zahlreichen Kinder der Zweitwohnsitzer vorhanden.


HAK und HLW und die Schule für Sozialberufe in Horn, die HTL in Karlstein mit einer Fachrichtung, die Landesberufsschulen Geras (Gastronomie, Floristik) und Eggenburg (Karosserie, Kraftfahrzeugtechnik) sowie die europaweit bekannte Uhrenfachschule Karlstein bilden das schulische Ausbildungsangebot in der Region. 358 Lehrlinge werden zurzeit von den Unternehmen der Region ausgebildet. Durch den Rückgang der Kinder kommt es in den Schulen zu einer Minderauslastung, weswegen Alternativen gesucht werden. Ebenso wird schon von 50% der im Rahmen der Vorbereitungen zur LES befragten Unternehmer ein Arbeitskräftemangel im Lehrlingsbereich angeben.


Im Bereich der Familien ist jedoch folgende, herausfordernde negative Entwicklungstendenz festzustellen:

FAMILIEN

2011 Bezirke

2001 Bezirke

Veränderung 2011zu 2001

 

 

Horn

WT

Horn

WT

Horn

Waidhofen/T

 

 

 

 

 

abs.

%

abs.

%

Familien

8.818

7.498

9.013

7.725

-195

-2,16%

-227

-2,94%

davon

 

 

 

 

 

 

 

 

Ehepaar

6.671

5.578

7.183

6.193

-512

-7,13%

-615

-9,93%

Lebensgemeins.

836

711

577

491

259

44,89%

220

44,81%

EinelternVater

210

225

210

163

0

0,00%

62

38,04%

EinelternMutter

1.101

984

1.043

878

58

5,56%

106

12,07%

Keine Kinder

3.335

2.729

3.218

2.655

117

3,64%

74

2,79%

1 Kind

2.615

2.314

2.601

2.171

14

0,54%

143

6,59%

2 Kind

2.109

1.841

2.184

1.994

-75

-3,43%

-153

-7,67%

3 Kind

624

490

804

695

-180

-22,39%

-205

-29,50%

4+mehr K

135

124

206

210

-71

-34,47%

-86

-40,95%

FamilienmKinder*)

5.483

4.769

5.795

5.070

-312

-5,38%

-301

-5,94%

Fam.m.K (%)

62,18%

63,60%

64,30%

65,63%

 

 

 

 

Fam.o.K.(%)

37,82%

36,40%

35,70%

34,37%

 

 

 

 



·      Rückgang der Geburten um rund 120 p.a./30% seit Anfang der 1990er (siehe Kap.2)


·     
Rückgang der Familien mit Kindern generell, Rückgang der Familien mit 2 Kindern (rund 150 Familien weniger) und dramatischer Rückgang der Familien mit 3 Kindern (180 Familien weniger bedeutet auch 180 Kinder weniger, da dies nicht durch einen Anstieg der Familien mit weniger als 3 Kindern ausgeglichen wird) und noch drastischer der Familien mit 4 oder mehr Kindern.


·     
Einelternfamilien: 1.311 (24%): davon Eineltern Mutter: 84%, Eineltern Vater: 16%; für diesen Bereich wirken sich natürlich fehlende Betreuungseinrichtungen besonders erschwerend aus. Einelternfamilien zählen auch zu der Gruppe der am meisten armutsgefährdeten Österreichs.



Die Region ist in diesem Bereich Spiegel einer österreichweiten und kerneuropäischen Entwicklung (nicht jedoch in Frankreich und den Skandinavischen Ländern!), des Rückgangs der Geburtenraten (1,5 Kinder pro Frau, für ein Gleichbleiben der Bevölkerung wäre eine Geburtenrate von 2,2 Kinder je Frau erforderlich). Erschwerend wirkt, dass nicht, wie in vielen Ballungsräumen, die negativen demografischen Entwicklung durch Zuzug zumindest teilweise ausgeglichen werden kann - Ursachen für diese Entwicklung lassen sich im gegebenen Umfang nur unvollständig und stichwortartig anführen: Starker Anstieg des Alters, in dem das erste Kind zur Welt kommt (1991: 25,1 Jahre – 2011: 28,7 Jahre; Anstieg um 3,6 Jahren in einer kurzen Zeitspanne) - dadurch entsteht in diesem Lebensabschnitt eine sogenannte „Stressphase“ durch das Zusammentreffen von Wohnraum schaffen, Familie gründen und Karriere machen, was zum Verzicht auf weitere Kinder führen kann;  Anstieg des Bildungsniveaus bei Frauen (58% Abschlüsse höhere Schulen, 55% Universitäten) in Verbindung mit Betreuungsangeboten, die darauf noch nicht ausreichend Rücksicht nehmen), Veränderung der Familienstrukturen (Eineltern, Patchwork…), hohe Scheidungsraten (40%) und damit verbundene Unsicherheit, veränderte Arbeitszeiten (z.B. Gesundheit, Samstag Öffnung Handel) mit kaum Angeboten zur Kinderbetreuung, finanzielle Belastung durch Kinder verbunden mit dem Wunsch, dem Kind auch etwas bieten zu können, Anstieg der Herausforderungen bei Kinderwunsch ab rund 35 Jahren bei Frauen (Fruchtbarkeit der Eizellen nimmt ab; Risiko von Komplikationen steigt) und bei Männern ab rund 50 Jahren (Abnahme der Fruchtbarkeit), künstliche Befruchtungen nehmen daher zu, sind aber mit (hohen) Kosten verbunden.


Die Betreuung älterer Menschen, die auf Grund des raschen Anstiegs des durchschnittlichen Lebensalters das am stärksten wachsende Bevölkerungssegment der Region bilden, liegt neben der Betreuung in der Familie in den Händen der Hauskrankenpflege, vor allem im Falle einer Erkrankung oder mehrmals am Tag notwendigen Medikamentengabe. Ebenso werden fallweise 24 Stunden Betreuungen engagiert. Einrichtungen für betreutes Wohnen und Seniorenheime bestehen in Eggenburg, Raabs und Horn. Einen wichtigen Teil der Versorgung übernehmen schon jetzt Freiwillige im Bereich von „Essen auf Rädern“ oder bei Betreuungsbesuchen. Auch ist Nachbarschaftshilfe nach wie vor kein Fremdwort, wenngleich auch durch den Bevölkerungsverlust der letzten Jahrzehnte hier mancherorts schon kleinere Probleme auftreten.


Die Betreuung von Menschen mit Behinderungen liegt in den Händen der jeweiligen Familien, sowie von Betreuungsangeboten entsprechender Einrichtungen. In Horn bestehen Wohnmöglichkeiten sowie eine Tageswerkstatt der Caritas. Daneben bemühen sich Selbsthilfegruppen und engagierte Ehrenamtliche um ein entsprechendes Angebot. Im Zuge der Vorbereitungen wurde hier an der Besprechung von Selbsthilfegruppen teilgenommen, sowie Experteninterviews und Gespräche mit Betreuungspersonen/Eltern geführt. Problemstellungen sind hier v.a. der schwierige Transport von Menschen, die einen Rollstuhl benötigen, und die damit verbundenen Kosten, mangelnde auch darauf Rücksicht nehmende Bildungsangebote, sowie in manchen Fällen mangelnde Akzeptanz. Sehr gut ausgebaut ist in einigen Gemeinden bereits der barrierefreie Zugang zu Gemeindeämtern, in einigen Gemeinden besteht hier noch Nachholbedarf. Bedarf besteht auch im öffentlichen Raum nach abgeschrägten Gehsteigkanten, Auf- und Abfahrten. – Aus der Durchführung mehrerer Spendenaktionen z.B. für die Flutopfer im Kamptal und Thayatal mit mehreren 100.000 Euro Spenden und aus der Durchführung von Benefizveranstaltungen durch die Region kann angenommen werden, dass die Bewohner der Region sehr sozial eingestellt sind. Um für die Herausforderungen von behinderten Menschen noch mehr zu sensibilisieren, wird diese Gruppe in der LAG von einer Behinderten, die auch (die einzige in Österreich) Leiterin einer Selbsthilfegruppe ist, vertreten.


Der Jugend steht ein breites Spektrum von – vor allem ehrenamtlich getragenen Angeboten zur Verfügung. Von den Musikschulen, über die Angebote der Sportvereine (Fußball, Tennis, Handball, ...) bis zu Lese- und Spielenächten. In allen Gemeinden bestehen, zumeist mit der Unterstützung der Gemeinden errichtete Jugendräume, die aber noch nicht in allen Fällen über eine ausreichende Ausstattung verfügen. Besonders nachteilig im Jugendbereich wirkt das kaum vorhandene Angebot an öffentlichen Nahverkehrsverbindungen. Im Rahmen des Leaderprojekts Jugend.Regio.Aktiv wirken eine Vielzahl von jungen Menschen mit und haben auch viele Vorschläge zu regionalen Maßnahmen eingebracht – eine Bereitschaft und ein Potential, das es auch in Zukunft zu nutzen gilt. Am 7.12.2014 hat im Rahmen dieses Projektes der erste Regionsjugendtag im Thayatal Vitalbad in Raabs stattgefunden. Problemstellungen sind hier, der schon angesprochene Rückgang der Jugendlichen, was z.B. in Bereichen einzelner Fußballvereine dazu führt, dass Mannschaften nicht mehr zustande kommen. Ebenso sind vor allem im Winter nur eingeschränkte Angebote an Jugendabendveranstaltungen verfügbar, wobei generell aus der Sicht der Jugend das stark eingeschränkte öffentliche Nahverkehrsangebot und das (berufliche) Ausbildungsangebot ebenso wie ein Mangel an Informationen ein zentrales Problem darstellen.


Sozialkompetenzen und Talente
: Gerade die Kleinstrukturiertheit und z.B. die geringen Schülerzahlen oder die geringen Einwohnerzahlen in den Ortschaften ermöglichen ein besonderes Eingehen auf die Jugend, Schüler oder Lehrlinge. In den kleinen Dörfer und Städtchen ist persönliches Kennen des Nachbarn eine Normalität, die mit dem bildhaften Vergleich: „Sozialkompetenz ist eine vollbesetzte Hausbank“ beschrieben werden kann (Hausbank oder Dorfbank meint die Bänke, die in ländlichen Gemeinden vor dem Haus meist am Gehsteig stehen, wo sich Nachbarn zu einem Gespräch treffen). In mehreren Seminaren und Workshops auch mit dem österreichischen „Talentepapst“ Univ. Prof. Dr. Markus Hengstschläger wurde das Thema Integration von Talente-Orientierung in die Region (auch weil es im Schloss Drosendorf bereits ein Talentezentrum des NÖ Landesschulrates gibt) mit folgendem Ergebnis diskutiert: Es gilt, die Stärke der Region im Bereich der Sozialkompetenz durch eine breite Integration in die regionale Entwicklung weiter auszubauen.


B: Weiterentwicklung einer Kultur des „Willkommens!“ und der dafür notwendigen Voraussetzungen:


Wie schon oben angeführt bietet die Region wegen der rückläufigen Nachfrage nach Grundstücken, Häusern und Wohnungen, besonders gute Chancen zur Anschaffung einer Wohnimmobilie auch für Menschen mit geringerem Einkommen. Baugründe sind ab € 6.- / m² (Anmerkung: kein Schreibfehler) verfügbar; nur im direkten Umfeld von Horn liegen die Grundstückspreise etwas höher (rund € 70.-/m²) – oder wie das Wirtschaftsblatt in einer relativ aktuellen Ausgabe titelt: „Maria Enzersdorf 200 mal teurer als die (Mitgliedsgemeinde der Region) Ludweis – Aigen“.


Durch die dargestellten, besonderen Eigenschaften der Region ist es schon im letzten Jahrzehnt gelungen, viele Menschen zu gewinnen, die in die Region zugezogen sind. Dadurch ist es auch gelungen, einen Teil der Abwanderungen und Teile der Auswirkungen der negativen Geburtenbilanz wettzumachen. Auch der hohe Anteil von Zweitwohnsitzern zeigt von den grundsätzlichen Chancen der Region.


Auf Grund des nur sehr geringen Anteils von Menschen mit Migrationshintergrund (rund 4,5% der Regionsbevölkerung; NÖ: 12%; Ballungsräume wie Baden, Wr. Neustadt 20%) und der vielschichtigen Herkunft, treten nur eingeschränkt Probleme die aus anderen Regionen bekannt sind, auf.


In den meisten Dörfern sind Zugezogene und Menschen mit Migrationshintergrund gut integriert und akzeptiert. Im Rahmen der laufenden Leader-Qualifizierung werden für fremdsprachig zugezogenen (die manchmal auch wichtige Fachkräfte für die High Tech – Unternehmen der Region darstellen) zu 80% geförderte Deutschkurse angeboten, was eine zentrale Maßnahme zur besseren Integration und Akzeptanz darstellt. Ein etwas breiteres Problemfeld der Integration stellt die generelle Skepsis mancher Regionsbewohner betreffend Zuzug dar („Für was brauch ma denn die Weana = Wiener?). Hier ist, abhängig von einzelnen Akteuren, eine gänzlich unterschiedliche Entwicklung einzelner Dörfer festzustellen. Es bestehen Dörfer, wo die Integration und das Zusammenleben beispielhaft funktionieren und Zugezogene „sogar“ den/die Ortsvorsteher stellen. In anderen Dörfern überwiegt die Verschlossenheit. Wichtige Entwicklungsschritte im Rahmen der Umsetzung von Leader werden daher Maßnahmen sein, die die jeweilige Bevölkerung verbessert darüber informieren soll, warum Zuzug in die Region notwendig ist. Dies soll auch anhand der Beispiele der Dörfer erfolgen, wo dies oft schon seit Jahren sehr gut funktioniert.


Nachteilig wirkte in diesem Bereich bisher, dass sich noch keine durchgängige Willkommenskultur entwickelt hat. Ebenso ist eine Folge der Kleinstrukturiertheit, dass Angebote nur bis zu den Nachbargemeinden bekannt sind. Nachteilig wirkt hier insbesondere auch die - vor allem durch den Eisernen Vorhang entstandene – Zentralraumorientierung sowie Zentralisierungstrends (siehe SWOT). Ebenso sind viele der für Zuzug, „Da bleiben“ oder „Zurückkehren“ notwendigen Informationen kaum beziehungsweise nur schwierig zu bekommen. Beginnend von Wohnmöglichkeiten geht das über Jobangebote, Übersichten über Kindergärten, Lehrlings-, Schul- und Ausbildungsangebote, bis zu Betreuungsangeboten z.B. in der Kinderbetreuung oder Nachbarschaftshilfe. Ebenso fehlt es an Instrumenten zum Kontakthalten mit Weggezogenen (z.B. Studium, Job),die bei entsprechenden Angeboten wieder in die Region zurückkehren würden. Diese Informationen sind von außerhalb der Region kaum zugängig.


C: Unterstützung bei der Verbesserung der Versorgung mit modernen Kommunikations-technologien:


Die Versorgung mit Mobilfunk ist in den größeren Orten gegeben, allerdings bestehen zahlreiche kleinere Ort, wo kein oder nur stark eingeschränkter Mobilfunkempfang vorhanden ist. Dies stellt für die örtliche Bevölkerung massive Nachteile dar und bedeutet für dort ansässige Landwirtschaft und Betriebe intensive Problemstellungen. Schnelle Internetanbindungen über Glasfaser sind nahezu nicht vorhanden. Vielmehr sinkt durch laufende Nutzungserhöhung derzeit die Geschwindigkeit in vielen Netzen wieder merklich ab. Dies stellt hinsichtlich der Chancen aus der Digitalisierung (digitales, ortsunabhängiges Büro – Home Office, Online Handel, Marketing), des Angebots für die Jugend und mittlerweile auch beim Verkauf von Immobilen einen großen Nachteil dar.


D: Erhaltung einer örtlichen Basisnahversorgerstruktur Lebensmittel:

Die Versorgung mit Lebensmitteln ist in 18 der 19 Gemeinden durch zumindest ein örtliches Lebensmittelgeschäft derzeit gut gegeben. Die Versorgung der Dörfer erfolgt durch Lebensmitteleinzelhändler, die die Dörfer mehrmals in der Woche mit Verkaufsfahrzeugen besuchen (ins „Gei“ fahren). Eine Gemeinde verfügt als großes Manko über kein Lebensmittelnahversorgungsgeschäft, das ja neben seiner Kernfunktion meist auch ein Ort der Begegnung und der Sozialkontakte vor allem auch für die wachsende Gruppe der Menschen über 60 Jahre ist. In einer Gemeinde wird in den nächsten Jahren ein Nachfolgeproblem zu lösen sein.


E: Lebenslanges Lernen:

Ein nur stark eingeschränktes Angebot besteht im Bereich der Erwachsenenbildung/ Lebenslanges Lernen. Hier konnten schon in der Vergangenheit über Leader Qualifizierungsinitiativen wichtige Beiträge geleistet und auch innovative Angebote – wie beispielsweise die österreichweit erste Ausbildung für Therapiepferdeführer – erstellt werden.

 

 

3.3.2.                Grundstrategie bzw. strategische Stoßrichtung in den Aktionsfeldthemen


Grundstrategie:


A: Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen zur Positionierung des Waldviertler Wohlviertel Region Nationalpark Thayatal als Familienregion mit Nationalparkqualitäten auf Basis der Darstellung oben und in Kap. 3.3.1 (Natur pur, sozial kompetente, g‘sunde Lebens-, Wohn- und Freizeitregion mit Zuzug, bester Betreuung, g’sunder Versorgung und lebenslang lernend) –Vernetzung und kooperatives Marketing der Angebote der Regionsgemeinden in den Bereichen der besonderen Lebens-, Wohn- und Naturqualitäten: „Da bleiben“, „Zurückkommen“ und Zuzug: Qualitätspartner des Waldviertler Wohlviertel Region Nationalpark Thayatal


Weitere Teile der Strategie, strategische Schwerpunkte und Stoßrichtungen:

B:      Erhebung, Vernetzung, Schaffung und Zugängigmachen regionsrelevanter Informationen sowie damit verbundener Vernetzungen (Jugendangebote, Jobs, Nachbarschaftshilfe, Lehrstellen, Kinderbetreuung, Wohnen, Grundstücke, Infos für Weggezogene…), Unternehmensgründung, Übergabe unter Nutzung neuer Technologien (Homepage, Apps, soziale Plattformen, …) (GS: Kundenpartnerschaft)


C:      Weiterentwicklung einer Willkommenskultur samt der dafür notwendigen Voraussetzungen und Maßnahmen auch als Basis für Zuzug, Integration und „Da bleiben“  sowie Maßnahmen die eine Stärkung der Region im Bereich des Zuzugs zum Ziel haben wie beispielweise Aktionen und Projekte die Dezentralisierungen und damit verbundene Verlagerungen in die Region zum Ziel haben.


D:     Kinder, Familien, Einelternfamilien: Verbesserung der Voraussetzungen und Rahmen-bedingen für Familien – Leben in der Region (GS Kundenpartnerschaft):


D1:   Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen zur Verbesserung des Betreuungsangebots z.B. zu Tagesrandzeiten, an Samstagen sowie in Schulferien unter Einbindung der Zweitwohnsitzer, sowie dafür notwendiger Marketingmaßnahmen unter Einbindung der Themen Freizeit genießen, Lernen, soziale Kompetenz und Talente


D2:   Verbesserung der Kind-/Familienorientierung - Sensibilisierungsmaßnahmen Kinder/Familien/Einelternfamilien – Maßnahmen die eine Steigerung der Anzahl der Kinder in der Region zum Ziel haben.


D3:   Verbesserung, Vernetzung und kooperative Weiterentwicklung von regionalen Jugendangeboten.


D4:   Maßnahmen zur verbesserten Nutzung und Weiterentwicklung bestehender Ausbildungseinrichtungen in der Region und insbesondere auch der Lehrlingsausbildung.


E:      Verbesserung der Rahmenbedingungen für Betreuungsangebote von Senioren und Menschen mit Beeinträchtigungen und der Angebote von Freiwilligen -Organisationen: Unterstützbar sind hier Gründungen von ehrenamtlichen Betreuungsvereinen, Nachbarschaftshilfe – Konzepte für Betreutes Wohnen, Wohngemeinschaften – Maßnahmen von Selbsthilfegruppen – Informationsmaßnahmen für die Zielgruppen; Konzepte und Umsetzungsunterstützung für Maßnahmen im Bereich Barrierefreiheit auf kommunaler Ebene (Projektträger Gemeinden)


F:
     Unterstützungen von Initiativen zur Vernetzung, Weiterentwicklung und Erhaltung von Gesundheitsangeboten in der Region (GS: Kundenpartnerschaft)


G:     Verbesserung der Nahversorgung durch die Schaffung/Erhaltung eines Lebensmittelnahversorgungsgeschäftes in jeder Mitgliedsgemeinde (Planungsmaßnahmen, Ausstattungsinvestitionen, Marketing). Nicht investive Maßnahmen zur Belebung von Ortskernen der zentraleren Orte (sofern diese nicht im Programm Dorferneuerung abgedeckt sind). Unterstützbar sind Lebensmittelversorgerprojekte nur, wenn in der jeweiligen Gemeinde kein Lebensmittelgeschäft mehr besteht oder dieses letzte Geschäft nachweislich von einer Schließung bedroht ist. Belebungsmaßnahmen beziehen sich auf Zentren, die zumindest eine Infrastruktur von 10 Geschäften/Gastronomie oder auf Kooperationen kleinerer Zentren (GS Kundenpartnerschaft)


H:     Analysen und Planungen zur Herstellung/Ausbau neuer Kommunikationstechnologien wie Breitbandnetze oder Mobilfunknetze auf örtlicher Ebene (GS: Produktführerschaft)


Erhebungen hinsichtlich der Versorgung mit Mobilfunknetzen sowie Informationsmaßnahmen der jeweiligen Betreiber über Verbesserungsmöglichkeiten; Planung von Glasfaserversorgung auf örtlicher Ebene


I:       Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen und Methoden: Lebenslanges Lernen (von 0 - ?? Jahre) auch als Differenzierungsmerkmal zu anderen Regionen mit den Schwerpunkten Talente, Sozialkompetenz, regionales Wissen; Wissen und Wissenstransfer als Basis für die Umsetzung der Aktionsfeldthemen, neue Technologien (siehe auch Lebenslanges Lernen in den anderen Aktionsfeldern), Sprachkurse und Integrationskurse für fremdsprachig Zugezogene unter besonderer Beachtung der Chancengleichheit beim Zugang zu den Lernangeboten (GS: Kundenpartnerschaft) sowie Klimaschutz und mögliche Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel (climate proofing) sowie ggf. Schaffung der Voraussetzungen dafür; Projektträger: LAG



3.3.3.     
 Angestrebte Resultate am Ende der Periode (2023)


Der Region ist es gelungen, sich als Waldviertler Wohlviertel Region Nationalpark Thayatal zu positionieren und auch überregionale Bekanntheit als Zuzugsregion zu erlangen. Die Qualitäten in den Bereichen Freizeit und Leben sind zusammengeführt und vernetzt worden und werden von Einwohnern und Zweitwohnsitzern gerne genutzt. Die Region ist im gesamten Regionsgebiet spürbar und als Marke präsent geworden. Die Regionsbewohner unterstützen die Aktivitäten, identifizieren sich mit der Marke und haben ein besonderes Bewusstsein für die Stärken der Region weiterentwickelt. Die regionale Identität ist wesentlich gestärkt und es herrscht eine positive Grundstimmung in der Region. Zahlreiche auf Zuzug ausgerichtete Aktivitäten wurden erfolgreich abgewickelt und werden weiter durchgeführt.


Die (meisten) Menschen haben verstanden warum Zuzug in die Region notwendig ist und stehen dem offen gegenüber. Es hat sich eine Kultur des Willkommens entwickelt: für Zugezogene bestehen Informationen in mehreren Sprachen; Deutschkurse werden laufend angeboten. Auf einer Internetplattform stehen Interessenten, Zugezogenen und Einwohnern alle relevanten Informationen zur Verfügung. Es gelingt auch besser, mit Weggezogenen Kontakt zu halten und diese über aktuelle Angebote in der Region zu informieren.


Das Betreuungsangebot für Kinder hat sich wesentlich verbessert. In allen Gemeinden besteht die Möglichkeit an Sommerbetreuungsangeboten teilzunehmen. Die Zweitwohnsitzer sind in dieses Angebot integriert, kommen daher öfters und länger in die Region und konsumieren damit auch mehr regionale Produkte. Dadurch haben sich auch die beruflichen Möglichkeiten und die Wahlfreiheit für Frauen und Eineltern wesentlich verbessert.


Das Bewusstsein für kindgerechte und familienorientierte Angebote hat sich in der Region wesentlich verbessert. Gemeinden und Anbieter berücksichtigen z.B. bei der Preisgestaltung die Herausforderungen für Mehrkindfamilien. Die Region hat gemeinsame Ausstattungen (z.B. Spielebus) angekauft, welche die Gemeinden als zusätzliche Attraktionen für Kinder nutzen können. Ausbildungsmaßnahmen zur Sozialkompetenz und im Bereich Talente werden im Rahmen der Nachmittags- und Ferienbetreuung angeboten. Die Kinder haben ein hohes Wissen über die Region und besuchen laufend die regionalen Freizeitangebote. Durch diese Maßnahmen ist die Region auch attraktiver für Zuzug von Familien und für Fachkräfte mit Familien geworden.


Im Bereich der älteren Menschen haben sich ehrenamtlich getragene Unterstützungsorganisationen entwickelt, die älteren Menschen ein zusätzliches Betreuungsangebot (z.B. Besuche) bieten. Das Bewusstsein für ältere Menschen aber auch für die Herausforderungen für Menschen mit Beeinträchtigungen hat sich verbessert. Zahlreiche Einrichtungen sind jetzt barrierefrei begehbar.


In jeder Gemeinde besteht zumindest ein Lebensmittelnahversorgungsgeschäft auch als sozialer Treffpunkt. Die Mobilfunkinfrastruktur konnte verbessert werden. Am Ausbau der Glasfaserstruktur wird intensiv gearbeitet.


Das Bewusstsein für Lebenslanges Lernen ist wesentlich angestiegen. Es bestehen Angebote für alle Altersgruppen, für generationenübergreifendes Lernen und unter Nutzung neuer Technologien.



3.3.4.          
Erfolgsindikatoren (messbare Indikatoren; Angabe Basiswerte /Sollwerte)

Indikator                                                                                                 Werte:

Basis

Ziel

Anzahl Kinderbetreuung Öffnung nach 16 Uhr

Anzahl Sommerbetreuungsangebote/involvierte Gemeinden

Anzahl der Kinder, die Angebote in Anspruch nehmen

Neue Angebote Mehrkindfamilien 3.)

1

0

0

-

5

3 / 9

85

35

Qualitätspartner Waldviertler Wohlviertel Region Nationalpark Thayatal

Umgesetzte, gesamtregionale Maßnahmen; Vernetzung und Marketing; Angebote Mitgliedsgemeinden: Leben & Freizeit in der Region

Eingesetzte Finanzmittel Mitgliedsgemeinden

Breite innerregionale Akzeptanz: Waldviertler Wohlviertel Region Nationalpark Thayatal 1.)

Anzahl thematischer Medienberichte

Besondere Kinder-/Familienangebote bei Qualitätspartnern

 

 

0

 

-

 

0

0

0

 

 

12

 

200.000

 

80%

35

12

Anzahl Zugriffe Regionsplattform/Zufriedenheit Nutzer 2.)

 

30.000/85%

Willkommensunterlagen (auch mehrsprachig)

Gemeinden mit positivem Wanderungssaldo

Anzahl der Deutschkurse für Zugezogene

0

5

2

30

9

16

Beteiligte junge Menschen an Jugendprojekten

Umgesetzte Maßnahmen „Jugend für die Region“

Gemeinsame Maßnahmen „Lehrlinge“

18

0

-

38

5

3

Neugegründete, weiterentwickelte Unterstützungsinitiativen Senioren, Nachbarschaftshilfe, Menschen mit Beeinträchtigung

0

5

Mindestens 1 Lebensmittelnahversorgungsgeschäft in jeder Gemeinde

18

19

Anzahl örtlicher Glasfasernetzplanungen (Gemeindeebene)

Durchgeführte Erhebung Abdeckung Mobilfunknetz Dörfer in der Region

Aktivitäten zur Erreichung von Verbesserungen

0

0

 

0

9

1

 

3

Anzahl Teilnehmer Lebenslanges Lernen

Zufriedenheit Teilnehmer (Befragung)

Schulungsmaßnahmen Sozialkompetenz

Förderungsmaßnahmen „Talente“

0

0

0

0

200

80%

12

25

Beschäftigungseffekt Aktionsfeld: Arbeitsplätze; neu/abgesichert

-

8/ 20


Befragung Regionsbewohner z.B. durch Schüler der HLW/2.) Online Befragung 3.) z.B. Günstige Eintrittskarten, Sonderveranstaltungen…



3.3
.5.       Aktionsplan (Maßnahmen) zur Erreichung der Resultate


Gerade im vorliegenden Aktionsfeld hat es in der Vorbereitungsphase sehr viele Besprechungen und Abstimmungen gegeben. Eine große Zahl davon ist auch schon in den fertigen Projekten zu finden. Auf dieser Basis erfolgen  Sensibilisierungsmaßnahmen zur Beteiligung an der Umsetzung der LES wie schriftliche Informationen über Homepage, Aussendungen, Informationsveranstaltungen z.B. von Schulen oder Kinderbetreuungs-einrichtungen, Netzwerk der Kindergärtnerinnen und Pädagogen auf Basis des in Kap. 7.4 angeführten Budgets. Einen wichtigen Beitrag zur Sensibilisierung soll auch der geplante, breite Startcall im Kleinprojektebereich beitragen, der in allen Gemeindezeitungen veröffentlicht wird.


Weitere geplante Aktionen: endogenes Regionsmarketing, Vernetzung der Ferienspiele (ehrenamtlich getragene Aktivitäten für Kinder im Sommer, wie z.B. Besuch beim Bauern, Lagerfeuerabend oder Ponyreiten, ...) der einzelnen Gemeinden zu einem regionalen Sommerprogramm für Kinder. - Verbesserte Zugängigmachung der Angebote des Talentezentrums Drosendorf für Kinder/Jugendliche aus der Region - Abstimmung, Zusammenführung und Weiterentwicklung der verschiedenen Projekte „Kinderuniversität“  sowie der Projekte „Gesunde Gemeinde. Weiterentwicklung der Sommerkinderbetreuung in allen Gemeinden - kooperativ von und für mehrere Gemeinden gemeinsam, entsprechend unten angeführtem Projekt Kindersommer Thayatal; Impulsprojekt Samstagsbetreuung - Aktivitäten zur verbesserten Versorgung durch die Hausärzte/niedergelassenen, praktische Ärzte - Spezifische Angebote Lebenslanges Lernen für Mütter am Vormittag in den Schulen; spezifische Weiterbildungsangebote für Jugendliche (ab 15 J.) in der Region wie z.B. Vertiefungsseminare zum schulischen Bereich -  Gründung eines ehrenamtlich getragenen Vereins zur Ergänzung der Versorgung im Bereich betreutes Wohnen - Analyse der Mobilfunknetzte in der Region, gemeinsame Aktion mit dem Ziel, Verbesserungen zu erreichen; Regionstage: Jugend, Familien, Senioren auch unter der Beachtung von soweit möglich barrierefreien Angeboten.


Übertragung von Erfahrungen aus dem Dezentralisierungsmodell des bayerischen Heimatministeriums.


Folgende Projekte sind fertiggestellt und können bei der Aufnahme in das Programm Leader umgesetzt werden:


Projekt: Qualitätspartner Waldviertler Wohlviertel Region Nationalpark Thayatal Projektteil: Aktionsfeld  Gemeinwohl Struktur

 

Projekt: WILLKOMMEN! im Waldviertler Wohlviertel Region Nationalpark Thayatal

 

Projekt: Informationsplattform Waldviertler Wohlviertel Region Nationalpark Thayatal

 

Projekt: Sensibilisierung „Unsere Kinder“

 

Projekt: Kindersommer Brunn/Wild

 

Projekt: KinderSommer Thayatal

 

Projekt: Planungsmaßnahmen Nahversorgung Meiseldorf

Projekt: Nahversorger Meiseldorf

 

Projekt: Lebenslanges Lernen Projektteil AF Gemeinwohl

 

 

 

3.3.6.       Beschreibung von Kooperationsaktivitäten


Generell ist die Gesamtstrategie auf Kooperation ausgerichtet, da die LAG davon die höchste Wirksamkeit erwartet. Auch im Aktionsfeld Gemeinwohl Strukturen und Funktionen spielen Kooperationen eine zentrale Rolle. Die angeführten Strategien lassen sich nur auf Basis intensiver Zusammenarbeit hier vor allem auch der Gemeinden umsetzen. Daher hat es im Vorfeld zahlreichen Besprechungen zu den Themen gegeben. Die Gemeinden arbeiten schon länger intensiv zusammen und werden dies gerade im Bereich der geplanten Regionspositionierung noch weiter verstärken. Aber auch die geplanten Weiterentwicklungen im Betreuungsbereich können in den meisten Fällen nur kooperativ gelöst werden, weil die niedrigen Kinderzahlen z.B. Sommerbetreuungsangebote auf Ebene der Einzelgemeinden in den meisten der Mitgliedsgemeinden nicht möglich sind. Ebenso kann eine Verstärkung der Bemühungen um Kinder und Familien nur in Kooperationen mit den Gemeinden und z.B. Freizeitanbietern gelingen. Ein wichtiger Teil der Strategie ist die Vernetzung z.B. von Freizeitangeboten, Kinderangeboten und Gesundheitsangeboten, was nur durch Kooperation möglich ist. Einen wichtigen Teil dieses Aktionsfeldes wird auch die Kooperation mit Schulen und Ausbildungseinrichtungen darstellen. Hier kann auf schon erfolgte, gemeinsame Aktivitäten der Region mit Schulen aufgebaut werden. Auch auf Grund dieser Planungen sind 3 Schuldirektorinnen auch Mitglieder der LAG und 2 Direktorinnen Mitglieder des Projektbeurteilungsgremiums.

3.3.7.      Zusammenfassende Darstellung in der Wirkungsmatrix gemäß Vorlage

Aktionsfeld 3: Wichtige Funktionen und Strukturen für das Gemeinwohl

 

 

 

Interventionsebene

Indikatoren

Basiswerte/Sollwerte

Quellen (Belege)

Externe Rahmenbeding.

Impact /

Oberziel

Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität in unserer Region.

 

Index für Lebensqualität

 

 

 

 

Outcome /

Ziel

 

Für das Gemeinwohl wichtige Strukturen und Funktionen sind gestärkt.

(Nahversorgung, Dienstleistungen, regionales Lernen, Beteiligungsprozesse).

 

 

Index für Gemeinwohl

29

84

 

Output 1

 

Es gibt ein erweitertes Angebot für Kinderbetreuung und eine verbesserte Familienorientierung

AZ Kinderbetreuung Öffnung nach 16:00

Anzahl Sommerferienbetreuungsangebote-involvierte Gemeinden

Anzahl der Kinder die Angebote i. A. nehmen

Neue Angebote für Mehrkindfamilien

Familien/Kinderangebote bei Quali.partnern

1 Erhebung (E)

0 E

 

 

0 E

-          E

0 E

5

3 Angebote / 9 bet. Gemeinden

85

 

35

12

Kinderbetreuungs-einrichtungen wie Kindergärten, Schulen

 

Freizeitanbieter, Gemeinden

Output 2

 

Die Qualitätspartner Waldviertler Wohlviertel Region Nationalpark Thayatal und deren Angebote sind in der Region bekannt und frequentiert

Umgesetzte Maßnahmen Gesamtregion Leben&Freizeit

Eingesetzte Finanzmittel Mitgliedsgemeinden

Bekanntheit: Befragung Innerregional

Anzahl Medienberichte

0 E

 

0 E

 

0 E

12

 

200.000

80%

35

Regionsgemeinden, Regionsbewohner

Output 3

 

Es gibt Maßnahmen zur Erhöhung der Sozialkompetenz und der Orientierung an Talenten

Schulungsmaßnahmen Sozialkompetenz

Fördermaßnahmen Talente

0 E

0 E

12

25

Regionsschulen, Nachmittags-betreuung

Output 4

 

Es gibt eine offene Willkommenskultur in der Region

Willkommensunterlagen (mehrsprachig)

Gemeinden mit positivem Wanderungssaldo

Anzahl Deutschkurse

0 E

5 / Landesstatistik

2 E

30

9

16

Regionsgemeinden, Ortsvorsteher

Output 5

Es gibt eine Internet - Informationsplattform der Region

Anzahl Zugriffe/Zufriedenheit Nutzer

(Internetbefragung)

-

30.000/80%

 

Output 6

Es gibt eine gute Vernetzung der Regionsjugend

Beteiligung Jugend an Jugendprojekt

Umgesetzte Maßnahmen „Jugend für Region“

Gemeinsame Maßnahmen „Lehrlinge“

18 E.

2 E.

0 E.

38

6

3

Regionale Jugend-vereine

Output 7

Es gibt neue Unterstützungsinitiativen ältere Menschen, Nachbarschaftshilfe; Menschen mit Beeinträchtigung

Anzahl

-

4

Seniorenvereine

Output 8

 

Es gibt ein Lebensmittelnahversorgungsgeschäft in jeder Gemeinde

Anzahl der Gemeinden mit  mind. einem Lebensmittelnahversorgungsgeschäft

18 E.

19

Gemeinde

Output 9

 

Es gibt Initiativen zur Verbesserung der

Kommunikationsinfrastruktur

Erhebung Mobilfunkabdeckung  Dörfer

Glasfasernetzplanungen auf Gemeindeebene

0 E.

0 E.

1

9

Anbieter Mobilfunk, Glasfaser

Output 10

Es gibt ein breites Angebot Lebenslanges Lernen von 0-120 Jahre

Anzahl der Teilnehmer LLL

Zufriedenheit der TN (Befragung)

0 E.

200

80%

 

Input /

Aktivitäten des LAG Mgmt.

·Management

·Controlling

·Marketing und Administration

·Projekte lancieren und entwickeln

 

Ressourcen

 

 

Kosten