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3.1.Aktionsfeld 1:
Wertschöpfung

3.1.1.    Auswahl der Aktionsfeldthemen; Beschreibung der Ausgangslage (Status quo)

Zunächst werden Indikatoren der Ausgangslage, die für alle gewählten Aktionsfeldthemen gültig sind, dargestellt. Die Strategie ist dabei auch im Sinne des multisektoralen Ansatzes auf diejenigen, die WIRTSCHAFTEN, ausgerichtet.

Die Region Waldviertler Wohlviertel Region Nationalpark Thayatal verfügt über eine breite Vielfalt aktiv WIRTSCHAFTENDER in der Land- und Forstwirtschaft, in den Betrieben, im nicht marktorientierten und freiwilligen Sektor, die einen zentralen Teil des Regionsfundaments bilden:

2.822 Unternehmen – 14.882 Beschäftigte – 925.455.000 Euro Umsatzerlöse


 

 

Zentrale Herausforderungen für in der Region Wirtschaftende sind folgende Faktoren:

Die rückläufige Bevölkerungsentwicklung sowie unterdurchschnittliches Einkommen und Kaufkraft führt zu einer laufenden Schrumpfung des Heimmarktes.

èReduktion der regionalen Kaufkraft um rund 13 Mio. Euro (-4,7% in den Bezirken Horn und Waidhofen/Thaya seit 2006 – Quelle: KANO 2013 Cima GmbH/WKNÖ)

èHeimmärkte sind für Wirtschaftende tendenziell risikoärmer, weil Markteigenschaften und Marktteilnehmer besser bekannt sind. Die Heimmarktschrumpfung zwingt zu einem verstärkten Ausweichen auf Märkte z.B. in Ballungsräumen, was neben der veränderten Risikosituation auch zusätzliche Belastungen und Kosten mit sich bringt.

èIn wichtigen Branchen wie z.B. Lebensmitteleinzelhandel, Nahversorgung, Gastronomie (sofern nicht touristisch orientiert wie z.B. typische Dorfwirtshäuser), oder Gesundheitsdienstleister, aber auch im öffentlichen Bereich wie Schulen, Gesundheitsangebote ist ein Ausweichen auf regionsexterne Märkte kaum möglich. Dies führt u.a. durch rückläufige Erträge dazu, dass notwendige Investitionen kaum oder gar nicht getätigt werden können, erschwert auch die Übergabe/Übernahme von Unternehmen z.B. bei Pensionierungen oder führt zu Schließungs- und Zusammenlegungsplanungen z.B. im Schulbereich.

èEin großer Teil der regional Wirtschaftenden setzt sich – regionstypisch – aus Einpersonenunternehmen und Unternehmen mit einer geringen Anzahl von Mitarbeitern zusammen:



56% der Unternehmen sind EPU; 90% der Unternehmen haben weniger als 10 Beschäftigte; in den 1.304 land- & forstwirtschaftlichen Unternehmen arbeiten im Durchschnitt 1,5 Personen; die durchschnittliche Beschäftigungsanzahl im nicht marktorientierten Sektor liegt bei 10 Personen.

Ausgewählte Aktionsfeldthemen:

A: Verbesserung und Weiterentwicklung der Partnerschaft mit (potenziellen) Kunden durch kooperative, kundenorientierte Marketingmaßnahmen der „Wirtschaften“ mit dem zusätzlichen Schwerpunkt Unternehmerinnen.

Die dargestellte kleinststrukturierte Wirtschaft und die damit verbundenen Nachteile können in Bezug auf Märkte dadurch überwunden werden, dass die Unternehmen in gemeinsamen Aktionen am Markt auftreten, wodurch die Möglichkeiten der Kundenansprache aber auch das für den Markt/Kunden interessante Produkt-/Dienstleistungsangebot wesentlich ausgeweitet werden. Dadurch lassen sich überörtlich und gesamtregional Beiträge zu verbesserter Wertschöpfungsbindung, Sicherung von Arbeitsplätzen und Weiterentwicklung der Unternehmen erzielen. Von besonderem Vorteil erscheint es, wenn für Aktivitäten in diesem Bereich auch ein gemeinsamer Name bzw. eine gemeinsame Marke entwickelt werden kann, die für alle Beteiligten eine höhere Bekanntheit, aber auch zahlreiche weitere Maßnahmen wie Produktkennzeichnungen oder Kundenbindungsmaßnahmen ermöglicht. Die ländliche Entwicklung bietet dazu eine Fülle erfolgreicher Anregungen, wie z.B. Eisenstraße, Moststraße, Nationalparkregion Hohe Tauern oder die Leaderregion Nationalpark Kalkalpen.

Einen besonderen Schwerpunkt in diesem Themenbereich bilden die Unternehmerinnen, die oft mit vielfältigen zusätzlichen Herausforderungen (oft Männer als Ansprechpartner bei öffentlichen Stellen, Kinder- und Familienbetreuung als zusätzliche Aufgaben, kaum Berücksichtigung frauenspezifischer Anliegen in der Wirtschaft, wenig vorhandene offene Netzwerke) konfrontiert sind. Die Region hat daher im Rahmen des Erarbeitungsprozesses auch eine eigene Fokusgruppe, die auch bewusst von einer Moderatorin geleitet wurde, initiiert.

Einen wichtigen Bereich stellen auch kooperative Maßnahmen mit Blickrichtung Mitarbeiter der Unternehmen, Lehrlings- und Fachkräftemangel dar. Zurzeit bilden die Unternehmen rund 350 Lehrlinge aus. Betrachtet man die Geburtenentwicklung in der Region (siehe Kap. 2 und 3.3) so wird der nach Einschätzung von 50% der Unternehmer schon bestehende Lehrlingsmangel weiter wachsen. Dies gilt auch für andere Mangelberufe wie z.B. Facharbeiter, Altenpflege oder auch Turnusärzte.


Verbesserung der Wertschöpfung in der Region durch kooperative Tourismus-marketingmaßnahmen:
Zahlreiche Ausflugsziele (darunter 2 NÖ Top Ausflugsziele), die Besonderheiten der Natur- und Kulturlandschaft, sowie zahlreiche Betriebe (Heurige, Urlaub am Bauernhof, Gasthöfe, Hotels, Jugendtourismusbetriebe, ...) mit rund 110.000 Nächtigungen bieten eine gute Basis für die Weiterwicklung touristischer Angebote. Dafür sind eine qualitativ hochwertige Weiterentwicklung der touristischen Infrastruktur (siehe Pkt. B 4 unten) sowie kooperative Marketingmaßnahmen in den von den Betrieben getragenen Schwerpunktbereichen mit der Zielsetzung Transfer von Wertschöpfung und Sicherung von Arbeitsplätzen in der Region erforderlich. Zielsetzungen im Tourismus sind: Wohlfühlen für Körper, Geist und Seele, Wohlfühlen mit Bewegung in der Natur, Wohlfühlen für Junge, Wohlfühlen mit Geschichte und bei Ausflügen. Ein immer wichtiger werdendes Segment stellt der Gruppentourismus dar.


B: Innovation:

B 1: Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft durch Impulse zur Diversifizierung und Innovation sowie Schaffung eines Innovationsklimas


Wirtschaftliche Entwicklung, die Sicherung von Arbeitsplätzen und die Schaffung neuer Arbeitsplätze sind im Wesentlichen von Diversifizierungen und Innovationen abhängig. (Unter Diversifizierung wird hier das Schaffen neuer Produkte oder das Bearbeiten neuer Märkte verstanden und der Begriff ist nicht auf den aus Förderprogrammen bekannten Begriff der landwirtschaftlichen Diversifizierung eingeschränkt).


Die Region ist auch durch zahlreiche, hochinnovative Unternehmen gekennzeichnet. Bezeichnende Beispiele dafür sind 2 Unternehmen, die auch Werke in China führen oder Produkte, die weltweit zu High Tech Produkten zählen. Viele dieser Beispiele sind aber in der Region ebenso wenig bekannt wie zahlreiche Beispiele aus anderen Regionen. Ebenso erscheint es wichtig, möglichen innovativen Unternehmensgründern in der Region eine gute Basis zur Gründung eines Unternehmens zu bieten und eine entsprechende Ausbildung (Unternehmen gründen und führen) anzubieten.


B 2: Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit durch Unterstützung innovativer Projekte der „Wirtschaftenden“ bei deren Realisierung.

Mit diesem Schwerpunkt sollen – trotz knappen Budgets – ein besonderes Beispiel und auch ein besonderer Beitrag zur Bedeutung und zur Umsetzung von Innovationen in der Region gegeben werden und damit auch weitere Innovationen induziert werden.


B 3: Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der regional Wirtschaftenden durch die das zugängig Machen neuer Methoden z.B. in den Bereichen Finanzierung, Mitarbeiterbeschäftigung, Handelskanäle und Partnerschaftsmodelle zwischen Produzenten und Konsumenten oder Risikominderungsmaßnahmen.

Gerade durch die kleinen Strukturen und die Belastungen der Wirtschaftenden mit vielfältigen Aufgaben ist es vielen nur eingeschränkt möglich, neue Methoden in den genannten Bereichen kennenzulernen. Vielfach ist es auch so, dass der Zeitaufwand, aber auch der finanzielle Aufwand, der mit dem konkreten, erstmaligen Einsatz einer der Methoden verbunden ist, für kleine Unternehmen sehr hoch ist. Der Schwerpunkt soll daher gerade in diesem Bereich unterstützend wirken, aber auch übertragbares Wissen und damit Synergieeffekte in der Region schaffen.


B 4: Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit durch Maßnahmen zur Verbesserung der touristischen Infrastruktur:
In den letzten Jahren konnten zahlreiche touristische Projekte zur Attraktivierung der touristischen Infrastruktur umgesetzt werden. So sind auch einige neue Betriebe, wie z.B. Urlaub am Bauernhof oder Buschen Schänken entstanden. Gute Erfahrungen liegen von der Gemeinde Eggenburg hinsichtlich der Einrichtung eines Wohnmobilstellplatzes vor. Der Wohnmobiltourismus stellt ein kleines, aber lukratives Zielsegment dar, das dann gut bearbeitet werden kann, wenn ein breiteres Angebot verfügbar ist. Ebenso wurden zahlreiche Projekte im touristischen Marketing umgesetzt.


C: Lebenslanges Lernen: Verbesserung der Voraussetzungen zum Gründen und Führen von Unternehmungen durch ein Angebot von spezifischen Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen in der Region:


Da v.a. berufliche Weiterbildungsangebote in der Region kaum angeboten werden, können Weiterbildungsangebote (meist Wien oder St. Pölten - ca. 120km; Fahrzeit mit PKW rund 1,5 Stunden; Mehrkosten für die Teilnahme an nur einer Veranstaltung ca. € 50.-) nur mit einem erheblichen Mehraufwand an Zeit und Geld in Anspruch genommen werden, was auch grundsätzlich Lebenslanges Lernen massiv behindert und nahezu unmöglich macht. Es ist daher – auch als zentrale Voraussetzung für viele Maßnahmen der vorliegenden Strategie – erforderlich, in der Region Bildungsmaßnahmen anzubieten und damit vor Ort zugängig zu machen. Dies gilt insbesondere für Frauen, die doppelbelastet sind, für Menschen mit Beeinträchtigungen und für die Jugend der Region.


3.1.2.            Grundstrategie bzw. strategische Stoßrichtung in den Aktionsfeldthemen


Allgemeines:


Die Strategie folgt dem strategischen Ansatz von Treacy und Wiersema, die 3 strategische Optionen unterscheiden: Produktführerschaft (product leadership), Kundenpartnerschaft, Kostenführerschaft. Dieser Ansatz geht davon aus, dass auf Grund von gegebener Ressourcenknappheit  in Strategieteilen sinnvoll nur eine Option umgesetzt wird, da nur durch die Konzentration und das Ziel in einer der 3 Optionen besondere Leistungen zu erbringen, diese auch erbracht werden können. Nur dadurch kann es aber gelingen, höhere Leistungen als der Mitbewerb zu erbringen.


Strategie A: Weiterentwicklung der Partnerschaft der Wirtschaftenden in der Region mit dem Kunden


Die Grundstrategie in diesem Aktionsfeld ist es, die zur Gesamtstrategie „Marke Waldviertler Wohlviertel Region Nationalpark Thayatal“ passenden Markeneigenschaften (i.S. eines umfassenden Marketingansatzes) des Aktionsfeldes Wertschöpfung (weiter) zu entwickeln und zu kommunizieren, wobei dies auch den Teilstrategien zugrunde liegt und in diesen mit umzusetzen ist.


A 1 Vernetzung und kooperative Vermarktung von Wirtschaftenden als Qualitätspartner der Region Waldviertler Wohlviertel. Region Nationalpark Thayatal inklusive der Weiterentwicklung der Markenbestandteile.


Vernetzung, Verbindung und Kommunikation des breiten Angebots der „Wirtschaftenden“ als Qualitätspartner des Waldvierter Wohlviertel Region Nationalpark Thaytal inklusive der Entwicklung neuer Wege zum Kunden.


Projektträger: Leaderregion Waldviertler Wohlviertel mit Kooperationspartnern: Direktvermarkter, Biobauern, Winzer, Gastronomie, Nächtigungsbetriebe, KMUs wie beispielsweise Fleischhauer, Lebensmittelhandel, Tischler…


A 2 (Weiter)Entwicklung lokaler Wirtschaftskooperationen:


Förderung
und Weiterentwicklung von Kooperationen der „Wirtschaftenden“ zur Verbesserung des Marktzutritts, der Kommunikation mit dem Kunden und der Bindung von Kunden an die „Wirtschaftenden“. Kooperative Maßnahmen in den Bereichen Verbesserung des Images von Lehrlingen und Facharbeitern sowie Maßnahmen zur Verringerung des Fachkräftemangels.

Projektträger: Lokale, regionale Wirtschaftskooperationen; die Einbindung von Betrieben aus mindestens 3 Regionsgemeinden und 6 Branchen muss nachgewiesen werden.


A 2.1 Besondere Unterstützung von Maßnahmen von kooperativen Maßnahmen von Unternehmerinnen inklusive besonderer Bedarfe und Unternehmerinnen.


Projektträger: Von Frauen getragene Wirtschaftskooperationen, Mindestanteil Frauen 70%


A 3:  Entwicklung und Umsetzung von touristischen Marketingmaßnahmen


Verbesserung und Erweiterung bottom up entwickelter kooperativer touristischer Vermarktungsmaßnahmen des Waldviertler Wohlviertel Region Nationalpark Thayatal für die Schwerpunktbereiche Wohlfühlen für Körper, Geist und Seele, Wohlfühlen in der Natur der Region Nationalpark Thayatal, Wohlfühlen für Jugend und Gruppen, Wohlfühlen bei Ausflügen die Angebote/Anbieter in mindestens 3 Regionsgemeinden umfassen und auch eine Unterstützung der in der LES vorgesehenen Positionierung der Region (insb. Aktionsfeld 3) umfassen.


Projektträger: Touristische Kooperationen der Region, Leaderregion Waldviertler Wohlviertel


Strategie B: Verbesserung der Produktführerschaft durch Diversifizierung und Innovation


B 1: Wirtschaftsimpulse zur Anregung von Diversifizierung und Innovation


Schaffung von regionalen Wirtschaftsimpulsen zur Anregung von Diversifizierungen; Innovation (Landwirtschaft und Wirtschaft) durch Wissenstransfer in die Region in Form von Best Practice Days und Gründertagen in der Region, sowie dazu notwendiger Informationsmaßnahmen. Verbesserung des Innovationklimas durch Information über Innovationen in Betrieben der Region sowie Schulungsmaßnahmen für (potentielle) Unternehmensgründer im Umfang von jährlich 5 Tagen, die kostenlos in Anspruch genommen werden können; ggf. Vorbereitungsmaßnahmen für Demonstrationsvorhaben entsprechend Kap. 8.2.1.3.2. Programm ländliche Entwicklung: Schaffung eines innovationsfreundlichen Milieus und einer Organisation mit Inkubatorfunktion sowie Verbesserung der Möglichkeiten für regionale KMUs z.B. zur Teilnahme am Programm EIP


Projektträger: Leaderregion Waldviertler Wohlviertel


B 2: Förderung von  Innovationen


Förderung von Innovationen durch investive Unterstützung von regionalen Innovationsimpulsprojekten, Schaffung eines innovationsfördernden Klimas und Weiterentwicklung zu einer Region mit Inkubatorfunktion für Innovationen.

Innovationen sind die treibende Kraft der Wirtschaft, des Wirtschaftswachstums und der Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen und Unternehmen. In der Region bestehen zahlreiche hoch innovative Unternehmen, die dafür beispielgebend sind.

Daher sieht die Region einen Call für die Förderung innovativer Projekte vor, bei welchem die innovativsten, aber auch für die Region wirksamsten Projekte mit (falls wettbewerbsrechtlich möglich) 75% Leadermittel, sonst 50% oder de minimis mit insgesamt bis zu Euro 100.000.- Fördermittel unterstützt werden können. Für die Beurteilung des Innovationsgrades eines Projektes wird eine unabhängige Experten-Jury gebildet. Diese unterstützt das Projektentscheidungsgremium bei der Beurteilung des Innovationsgrades; die Gesamtbeurteilung der regionalen Wirksamkeit obliegt natürlich weiter dem Entscheidungsgremium. Innovationen können in einer oder mehreren Dimensionen erfolgen (Räumlich, Produkt- und/oder Intensitätsdimension).

Für diesen Strategieteil kommen innovative Projekte von in der Region ansässigen „Wirtschaftenden“ in Frage, die nicht in der Maßnahme 8.2.5.3.5 des Programms Ländliche Entwicklung unterstützt werden.


B 3: Unterstützung der Wirtschaftenden bei der Nutzung neuerer Methoden
wie Fundraising Finanzierungen, Bürgerbeteiligungen, Mitarbeiterbeschäftigung über AZG-Modelle, online-Handel oder spezielle Kooperationen zwischen Produzenten und Konsumenten wie beispielsweise Modelle der solidarischen Landwirtschaft (CSA).

Projektträger: Wirtschaftende (Land-/ Fortwirtschaft, Betriebe), Institutionen wie Gemeinden der Region, die eine neue Methode anwenden wollen; Region Waldviertler Wohlviertel falls zur Verbreitung der Nutzung erforderlich.


B 4: Unterstützung der qualitativen Weiterentwicklung der touristischen Infrastruktur:

Förderung des Ausbaus des Angebots an Wohnmobilstellplätzen durch Unterstützungen bei der Anschaffung der Ausstattug inkl. Vernetzungs- und Marketingmaßnahmen. Maximal sind bei Stellplätzen Projektkosten von € 30.000.- förderbar. Förderung von Attraktivierungs- und Inszenierungsmaßnahmen bei (kultur)touristischen Angeboten der Region, Vernetzungsmaßnahmen wie virtuelle Vernetzungen, Wander-, Rad- oder Reitwegekennzeichnungen. Projektträger: Betriebe und Gemeinden der Region sowie entsprechende Zusammenschlüsse z.B. Vereine


C: Lebenslanges Lernen/Teil Aktionsfeld Wertschöpfung:
Verbesserungen der Möglichkeiten in der Region zu wirtschaften durch die Schaffung von Aus- und Weiterbildungsangeboten mit den Schwerpunkten: Gründung, Übernahme und Führen von Unternehmen sowie dazu notwendige Voraussetzungen, Angebote für Lehrlinge wie z.B. Sozialkompetenz und Persönlichkeitsbildung; Angebote für Frauen wie z.B. Präsentationstechniken, Auftritt und Rhetorik sowie neue Medien, Umgang mit Folgen des Klimawandels, Computerwissen …; Projektträger: LAG

3.1.3.       Angestrebte Resultate am Ende der Periode (2023)


Durch eine breite, regionale Kooperation ist es gelungen, das Waldviertler Wohlviertel als eine Region mit guten Bedingungen zum Wirtschaften mit Nationalparkqualitäten zu positionieren. Das Qualitätspartnerprojekt Waldviertler Wohlviertel ist zu einer dauerhaften, erfolgreichen Einrichtung für das kooperative Marketing regionaler Produkte/Dienstleistungen,  aber auch zur Weiterentwicklung der Zusammenarbeit einzelner Projektpartner mit innovativen Maßnahmen geworden und hat innerregional beste Akzeptanz. Dadurch ist es auch gelungen, die Produkte der Partner in der gesamten Region und in den weiteren Zielmärkten bekannt zu machen und die Absatzzahlen zu verbessern. Viele Wirtschaftende aus der Region unterstützen das Projekt (z.B. durch Aufkleber auf den Firmenautos, die meist täglich nach Wien fahren.)


Die regionalen Wirtschafskooperationen haben sich positiv entwickelt und die Anzahl der Partner in den Kooperationen ist gestiegen. Durch zahlreiche gemeinsame Maßnahmen ist eine höhere Kundenbindung entstanden, Arbeitsplätze wurden abgesichert und sind neu entstanden. Das Netzwerk der Unternehmerinnen und gemeinsamer Maßnahmen hat sich weiterentwickelt und umfasst die gesamte Region. Durch von Frauen für Frauen ausgearbeitete Maßnahmen konnten die Chancen für wirtschaftende Frauen verbessert und Zugangsbarrieren beseitigt werden.


Durch kooperative Maßnahmen ist es auch gelungen, das Image der Lehre in der Region wesentlich zu verbessern. Ebenso konnten aktive Vernetzungsmaßnahmen von aus anderen Regionen (auch Tschechien) in die Region einpendelnden Arbeitskräften mit regionalen Wohnangeboten entwickelt sowie das Arbeitskräftepotential der Zweitwohnsitzer genutzt werden. Dadurch konnte auch eine Reduktion des Facharbeitermangels erreicht werden.


Das Verständnis für die Notwendigkeit und Bedeutung von Innovationen in der Region konnte auch auf Basis der Verbreitung von Informationen über die zahlreichen Innovationen der Betriebe in der Region wesentlich verbessert werden. In der Region hat sich ein Innovationsklima entwickelt und damit verbunden eine Imagekomponente Innovative Region Waldviertler Wohlviertel Region Nationalpark Thayatal. Die Informationslage der Unternehmen zu Unterstützungsmöglichkeiten in verschiedenen Innovationsförderprogrammen ist wesentlich gestiegen und die Programme werden genutzt.


Neue Methoden wie zum Beispiel CSA–Modelle oder Online-Handelssysteme konnten erfolgreich in die Region transferiert werden und haben den Nutzern neue Chancen, Unternehmensabsicherung und Wachstum eröffnet.


Im touristischen Bereich konnten weitere Verbesserungen der Qualitäten und Vernetzung der Angebote zu attraktiven Gesamtangeboten für potentielle Gäste erreicht werden.


Durch ein erfolgreiches, kooperatives Tourismusmarketing ist die Anzahl der touristischen Gäste und die Anzahl der Nächtigungen gestiegen, wodurch mehr Wertschöpfung in die Region transferiert und Arbeitsplätze abgesichert wurden.


3.1.4. Erfolgsindikatoren (messbare Indikatoren Angabe Basiswerte und Sollwerte)

Indikator                                                                                                 Werte:

Basis

Ziel

Anzahl Kooperationspartner aus dem Bereich der „Wirtschaftenden“ im Qualitätspartnerprojekt Waldviertler Wohlviertel Region Nationalpark Thayatal.

Anzahl beteiligter Branchen (DirketVM, Bäcker, Fleischhauer..) mind.

Anzahl der durchgeführten kooperativen Marketingaktivitäten im Qualitätspartnerprojekt

0

 


0


0

60

 


8


15

Entwicklung der Kundenanzahl bei Qualitätspartnern 1)

Anzahl der Wirtschaftenden, die Qualitätspartnerprojekt unterstützen- Anzahl der KFZ mit Informationsaufkleber Waldviertler Wohlviertel Region Nationalpark Thayatal

 

 

0

+15%

 

150

Anzahl Wirtschaftskooperationsprojekte mit Partnern aus 3 oder mehr Gemeinden

Anzahl teilnehmender Wirtschaftender in den Kooperationsprojekten


Anzahl Wirtschaftskooperationen Frauen + Anzahl integr. Frauen

0

 

0


1/12

4

 

85


2/105

Neue Methoden (z.B. Fundraising, Online Handel, CSA) werden eingesetzt

0

3

Anzahl Wirtschaftsimpulse Innovationen/Diversifizierung


Anzahl Informationen über Innovationen in der Region 2.)


Anzahl Teilnehmer „Unternehmen gründen“


Innovationsimpuls aus der investiven Unterstützung 3.)


Unternehmen, die Innovationsprogramme in Kooperation mit der Region nutzen

0


0


0


0

 

0

25


15


30


70%

 

3

Anzahl umgesetzter Projekte, Verbesserungen touristischer Infrastruktur


Anzahl zielgruppenorientierter koop. touristischer Marketingmaßn.


Anzahl Nächtigungen

1


3

 

105.000

8


7

 

111.000

Anzahl Teilnehmer Lebenslanges Lernen


Anteil positiv bewerteter Bildungsangebote in % von Gesamt


Anzahl Angebote Thema: „Unternehmen übergeben“

0

 



0

150


85%


4

Beschäftigungseffekt Aktionsfeld: Arbeitsplätze; neu/abgesichert 4)

 

5/25


1.)   
Messung durch Befragung der Qualitätspartner 2.) Infoblätter oder größere Berichte in Medien;  3.) Messung durch Befragung Unternehmer/Regionale Entscheidungsträger in der Region 4.) Messung: Befragung Unternehmer


3.1.5.     
 Aktionsplan (Maßnahmen)zur Erreichung der Resultate

Sensibilisierungsmaßnahmen zur Beteiligung an der Umsetzung der LES wie schriftliche Informationen über Homepage, Aussendungen, Informationsveranstaltungen sowie besondere Unterstützung der Weiterentwicklung des Unternehmerinnen Netzwerks, Bäuerinnen Netzwerks sowie der Jugend z.B. im Bereich der Lehre auf Basis des in Kap. 7.4 angeführten Budgets. Einen wichtigen Beitrag zur Sensibilisierung soll auch der geplante, breite Startcall im Kleinprojektebereich beitragen, der in allen Gemeindezeitungen und zielgruppenspezifisch z.B. UnternehmerInnen – Kooperationen, Direktvermarkternetzwerke oder Interessenvertretungen übermittelt wird.


Endogenes Regionsmarketing; Kooperative Aktionen der Region mit den Unternehmen der Region unter dem Stichwort „Attraktive Arbeitgeberregion“ mit folgenden Inhalten: Zusammenwirken, um einerseits Facharbeiter in die Region zu bringen/zu halten, bessere Aktivierung des Arbeitskräftepotentials in der Region und der Zweitwohnsitzer; Kooperative Maßnahmen zur Imagesteigerung der Lehre in den regionalen KMUs z.B. durch gemeinsame Schulungen für Lehrlinge, Informationen der Öffentlichkeit zu Chancen in Lehrberufen, PR – Maßnahmen.


Virtuelles Gründungszentrum für EPU‘s mit Informations- und Austauschmöglichkeiten.


Entwicklung neuer Ansätze, wie Produkte vom Direktvermarkter zum Kunden kommen und wie es sich der Kunde ersparen könnte, zu mehren Direktvermarktern zu fahren. Umsetzung von Aktionen „Mit dem Fahrrad oder zu Fuß zum Direktvermarkter“.


Aktionen von Slow Food, Genussregion Waldstaudekorn, Manhartsbeger Winzer (Junger Wohlviertler, Prickelnder Wohlviertler) oder der Edelbrenner Kooperation: Thayaland brennt zur gemeinsamen Weiterentwicklung.


Kooperative Maßnahmen im Bereich des touristischen Marketings auf Basis der Bedarfe der Betriebe: Weiterentwicklungen im schon erfolgreichen Marktsegment des Jugendgruppentourismus (Schullandwochen), Waldviertel – DIE Gesundheitsdestination, Attraktivierung/Aufbereitung TOP-Naturerlebnisse; Aufbereitung Naturtrails; Naturerlebnis für Kinder, Outdoor Kompetenzzentren, Radinitiative Waldviertel, Niederösterreichische Landesausstellung 2017; Genuss- & Kulinarikprogramme.


Im Bezirk Waidhofen/Thaya wurden mittlerweile die Planungen für den 90km langen, auf einer ehemaligen Bahntrasse führenden Hauptradweg „Thayarunde“ abgeschlossen und mit den Bauarbeiten begonnen. Ziel ist es, ein touristisches Leitprojekt im Waldviertel zu schaffen. Dafür sind Aktionen im Softbereich wie Beschilderung, Attraktivierung, Übersichtspläne, Anbindungswege und Vernetzungsmaßnahmen geplant. Ebenso sind Vernetzungsprojekte z.B. der Museen (z.B. 3 Museen Sigmundsherberg) und Ausflugsziele sowie Attraktivierungsmaßnahmen z.B. Burgruine Kollmitz oder Umfeld Nationalpark, Reblausexpress,  Mittelalterziele vorgesehen.



Folgende Projekte sind bereits fertiggestellt und können bei Aufnahme in das Programm Leader umgesetzt werden:

Projekt: Qualitätspartner Waldviertler Wohlviertel Region Nationalpark Thayatal Projektteil: Aktionsfeld Wertschöpfung (auch Projektteile in den anderen Aktionsfeldern)

 

Projekt: FrauenWIRTSCHAFT

 

Projekt: Wirtschaftskooperation Ludweis-Aigen/Drosendorf

 

Projekt: ThayaTaler

 

Projekte: Wohnmobilstellplätze

 

Projekt: Wirtschafts-IMPULSE!: Waldviertler Wohlviertel Region Nationalpark Thayatal

 

3.1.6.       Beschreibung von Kooperationsaktivitäten

Das gesamte Aktionsfeld ist darauf ausgelegt, Kooperationen (weiter) zu entwickeln und zu unterstützen. Die Umsetzung der Strategie erfordert breite Kooperationen in allen Bereichen der „Wirtschaftenden“. Dadurch sollen die Vorteile der kleinen Unternehmen mit den Vorteilen, die üblicherweise große Unternehmen haben, verbunden werden: Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei, ausgehend von einer schon bestehenden Initiative, auf der Vernetzung von Unternehmerinnen. Der Strategieteil Impulse zur Innovation und Diversifizierung ist nur in Kooperationen mit Partnern möglich: Innerhalb der Region bedarf es Partner, die bereit sind, dass über ihre Innovationen berichtet wird. Zur Präsentation von gelungen Innovationsprojekten bedarf es Partner von anderen Gebieten, die bereit sind, ihre Projekt zur präsentieren.

Im Rahmen der Vorbereitung hat sich die Region auch ausführlich mit Best Practice Beispielen aus anderen Regionen beschäftigt. Im November 2014 haben Unternehmer und maßgebliche Akteure der Region eine Fachexkursion zum Projekt Kraft. Das Murtal durchgeführt, um von diesem – mehrfach auch in der ländlichen Entwicklung – ausgezeichneten Projekt zu lernen und Anwendungen auf die Region zu übertragen (z.B. Lehrlingsinitiative). Hier ist eine weitere Zusammenarbeit geplant.

Wichtiges Ziel des Aktionsfeldes Wertschöpfung in Zusammenspiel mit dem Aktionsfeld Gemeinwohl ist es auch, die Region attraktiv für Zuzug im Bereich von Mangelberufen zu machen und als attraktive Arbeitsregion zu positionieren. Dazu ist eine verstärkte Kooperation zwischen Wirtschaft und Gemeinden notwendig. Auch zum Thema Arbeitgeberregion wurde bereits ein erster Erfahrungsaustausch zur Gestaltung des Umfelds für KMUs mit der LEADER Region donau.böhmerwald in Oberösterreich initiiert, der ausgebaut werden soll.


3.1.7.     
 Zusammenfassende Darstellung in der Wirkungsmatrix gem. Vorlage

Aktionsfeld 1: Ländliche Wertschöpfung

 

 

Interventionsebene

Indikatoren

Basiswerte/Sollwerte

Quellen (Belege)

Externe Rahmenbeding.

 

Impact /

Oberziel

Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität in unserer Region.

Index für Lebensqualität

 

 

 

 

 

Outcome /

Ziel

 

Die Wertschöpfung in unserer Region ist 2020 gesteigert.

(Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Tourismus, Wirtschaft, Gewerbe, Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU), Ein Personen Unternehmen (EPU), Energieproduktion).

Wertschöpfungsindex - Index aus:

Anzahl neu geschaffener Arbeitsplätze

Anzahl Beschäftigte

Anzahl neuer Unternehmen (Gründungen)

Kaufkraftkennzahlen je Einwohner

 

29

82

BBK, WK NOE, Regionsgemeinden, AMS, AK,

Output 1

Es gibt eine breite Kooperation der Wirtschaftenden als Qualitätspartner des Waldviertler Wohlviertel Region Nationalpark Thayatal

 

AZ  Qualitätspartner Bereich Wirtschaftende

Anzahl beteiligter Branchen  (Direktvermarkter, Bäcker, Fleischhauer..)

AZ kooperativer Marketingaktivitäten

Entwicklung Kundenzahl bei Quali.partner

Anzahl KFZ mit Quali.partner Aufkleber

0 E (Erhebung)

0 E (Erhebung)

 

 

0 E (Erhebung)

 

0 E

60

8

 

 

15

+15%

150

 

Output 2

Es  gibt überörtliche  Kooperationsprojekte der Wirtschaftenden

 

AZ Wirtschaftskooperationsprojekte mit Partner aus 3 oder mehr Gemeinde

Anzahl Wirtschaftender die an diesen Projekten beteiligt sind

AZ Wirt.koop Frauen/AZ beteiligte Frauen

0 E

 

0 E

1/12 E

4

 

85

2/105

WK- NOE

Output 3

Neue Methoden (Fundraising, On Line Plattformen, CSA…) werden eingesetzt

 

Anzahl Maßnahmen wo neue Methoden zum Einsatz kommen

0 E

3

 

Output 4

Es gibt Impulse für Innovation und Diversifizierung in der Region

 

Anzahl der reg. externer Projekte die bei Wirtschaftsimpulsen präsentiert wurden

Anzahl Info  über Innovation aus Region

Anzahl TN „Unternehmen gründen“

Erzielter Innovationsimpuls aus investiver Unterstützung (Befragung Unternehmer)

Unternehmen die andere

Innovationsprogramme in Koop. mit der Region nutzen

 

0 E.

0 E.

0 E.

-

-

0 E.

 

25

15

30

 

70%

3

 

Innovative Unternehmen aus Region;

LE Innovation

EIP…

Output 5

Es gibt qualitative Verbesserung der touristischen Infrastruktur

 

Anzahl Verbesserungsprojekte

2 E.

8

 

Output 6

Es gibt zielgruppenorientierte touristische Marketingaktivitäten

Anzahl der Zielgruppenmaßnahmen

Anzahl der Nächtigungen

3 E.

105.000 / Landesstatistik

7

111.000

Betriebsbestand, NÖ Tourismus

Output 6

Es gibt einen Angebot zu LLL zu den Aktionsfeldbereichen

 

AZ Teilnehmer

Positive Bewertung des Angebots

„Angebote Unternehmen übergeben“

0 E.

 

0 E.

150

85%

4

 

Input /

Aktivitäten des LAG Mgmt.

 

·Management

·Controlling

·Marketing und Administration

·Projekte lancieren und entwickeln

 

Ressourcen

 

 

Kosten